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Neurotango® | Embodiment und strukturelle Musterveränderung - Neurotango® – neurowissenschaftlich fundierte Bewegungsseminare für medizinische Fachberufe, Coaches und Trainer

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Neurotango® | Embodiment und strukturelle Musterveränderung

BEREICHE
PSYCHOLOGIE
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Definition von Neurotango® in der Psychotherapie
Neurotango® ist eine embodiment-basierte psychologische Methode zur Reorganisation tiefgreifender psychischer Muster. Über authentische Körpersprache und unmittelbares Body Feedback werden innere Haltungen in realen Situationen sichtbar und veränderbar gemacht.

Neurotango® ist eine körperbasierte psychologische Methode zur Analyse und gezielten Veränderung impliziter Handlungs-, Reaktions- und Beziehungsmuster in realen Situationen. Im Unterschied zu kognitiv oder sprachlich dominierten Therapieformen arbeitet Neurotango® mit spezifischen Embodiments, die Menschen unmittelbar in klar definierte Handlungs- und Reaktionszustände versetzen.

Die Neurotango® Tools sind strukturierte Embodiments mit jeweils spezifischem psychologischem Fokus. Jedes der 12 Neurotango® Tools aktiviert ein klar umrissenes Wirkprinzip, etwa das Erreichen eines Ziels, die Erfahrung von Wahlfreiheit und Selbstwirksamkeit statt Opferhaltung oder die Neubewertung eines Neuanfangs als Entwicklung und nicht als Zeichen des Scheiterns. Diese Zustände werden nicht erklärt oder imaginiert, sondern körperlich eingenommen und erlebt.

Bewegungsdynamik, räumliche Orientierung, Timing und Interaktion dienen dabei als Mittel, um diese Embodiments präzise zu erzeugen und zu stabilisieren. Dadurch entstehen neue verkörperte Handlungsoptionen, die unmittelbar auf Alltagssituationen übertragbar sind. Neurotango® ermöglicht so einen direkten Zugang zum wahren und authentischen Selbst eines Menschen, zu seinen individuellen Talenten, Bedürfnissen und inneren Orientierungen, die sich über authentische Körpersprache zuverlässig ausdrücken.

Tief verankerte emotionale Muster und Glaubenssätze, häufig mit Ursprung in frühen biografischen Erfahrungen, werden auf diese Weise nicht kognitiv umformuliert, sondern durch neue verkörperte Erfahrungen reorganisiert.
Ergänzend kommen spezifische Psycho Tools zum Einsatz, die für eine besonders langsame, sensomotorisch geführte Annäherung entwickelt wurden und es ermöglichen, durch gezielte Reduktion von Reizintensität, etwa durch den bewussten Verzicht auf Augen- oder direkten Körperkontakt während der Übungen, auch bei hoher innerer Schutzaktivierung sichere Zugänge zu neuen Embodiments zu eröffnen.

Zentrale Wirkprinzipien Neurotango® Psychologie
  • Neurotango® arbeitet mit strukturierten Embodiments, die Menschen unmittelbar in spezifische Handlungs- und Reaktionszustände versetzen, anstatt diese kognitiv zu analysieren oder sprachlich zu rekonstruieren.
  • Authentische Körpersprache liefert über unmittelbares Body Feedback eine zeitgleiche Auskunft über die innere Haltung eines Menschen gegenüber jeder situativen Herausforderung und macht tiefgreifende psychische Muster im Moment ihres Auftretens sichtbar.
  • Die Neurotango® Tools erzeugen keine symbolischen Bedeutungen, sondern verkörperte Zustände wie Zielorientierung, Wahlfreiheit oder konstruktive Neubewertung, die direkt handlungswirksam sind.
  • Psychische Muster werden nicht retrospektiv bearbeitet, sondern durch neue verkörperte Erfahrungen in Echtzeit reorganisiert.
  • Ergänzende Psycho Tools ermöglichen eine verlangsamte, sensomotorisch regulierte Annäherung und sichern die Anwendbarkeit auch bei hoher innerer Schutz- oder Vermeidungstendenz.
PSYCHOLOGISCHE ZIELGRUPPEN NEUROTANGO
Neurotango® Anwendungsbeispiele aus der Psychotherapie
Die folgenden Beispiele beziehen sich auf Zielgruppen, mit denen Therapeutinnen, Therapeuten und Psychologinnen und Psychologen arbeiten, die eine Zusatzqualifikation als Neurotango® Practitioner erworben haben.

  • Sozialphobie
  • Burnout
  • Inklusionskurse
  • Integrationskurse
  • Adipositas
  • Essstörungen
  • Menschen mit Grenzverletzung
  • Narzissmus
  • Abhängigkeiten aller Art
  • Trauma Folgen (z.B. Aggressivität, Depressionen)
  • Zwangshandlungen
  • Perfektionismus
  • ADHS, ADS
  • Autismus Spektrum
  • Paarprobleme (Themen: Rollen, Dominanz, Verantwortung, Trennung, Partnerfindung

Die in diesen Zielgruppen beobachete Wirkung und Auswirkung finden Sie hier.
Menchanismen von Neurotango® in der Psychotherapie

Die Neurotango® Resonanz Methode ist:
    Die Neurotango® Resonanz Methode ist eine körperbasierte analytisch-therapeutische Methode, die auf nonverbaler Kommunikation sowie auf der Wechselwirkung zwischen psychischem Zustand, körperlichem Ausdruck und sozialer Resonanz basiert. Sie verbindet Erkenntnisse aus der Psychologie, der Embodiment-Forschung, der Bewegungs- und Tanztherapie sowie der Neuropsychologie zu einem praxisorientierten methodischen Ansatz.

    Hinweis zur Grafik
    Die dargestellte Grafik „Dimensionen Neurotango – Der Mechanismus“ bildet keinen linearen Therapieverlauf ab, sondern einen funktionalen Prozess:
    • Phase I schafft Regulation und Entlastung
    • Phase II ermöglicht Wahrnehmung und Verstehen
    • Phase III integriert neue Muster in Beziehung und Alltag
    Alle drei Phasen sind wechselseitig verbunden und können sich im therapeutischen Prozess mehrfach wiederholen.

Dimensionen Neurotango® – Der Mechanismus

Phase I – Lösung von der Ich-Identifikation
Phase I beschreibt den Übergang von einer primär kognitiv geprägten Selbstidentifikation hin zu einer stärker körperlich vermittelten Selbstwahrnehmung. Die Aufmerksamkeit löst sich von narrativen Selbstkonzepten, innerem Dialog und leistungsbezogener Selbstbeobachtung und richtet sich verstärkt auf unmittelbare körperliche Empfindungen und Bewegungserleben.
Dieser Prozess führt zu einer spürbaren Reduktion mentaler Überlastung und körperlicher Spannung. Die Entkopplung von automatisierten Gedankenmustern ermöglicht eine erste psychophysiologische Entlastung und bildet die Voraussetzung für einen regulierten Zugang zu tieferliegenden Wahrnehmungs- und Lernprozessen.
Phase II – Zustand reiner Sinneswahrnehmung
(sense perception mode)
In Phase II steht die direkte sensorische Wahrnehmung des eigenen Körpers und des eigenen Verhaltens im Vordergrund. Bewegung wird nicht mehr bewertet oder kontrolliert, sondern erlebt. Dieser Zustand ist durch eine erhöhte Gegenwartsorientierung, reduzierte Angstreaktionen und eine veränderte Schmerzwahrnehmung gekennzeichnet.
Durch Bewegungsimprovisation wird implizites Wissen zugänglich, das nicht sprachlich repräsentiert ist. In dieser Phase beginnt ein verstehender Prozess, der nicht über kognitive Analyse, sondern über somatische Erfahrung erfolgt. Der Körper fungiert dabei als primärer Ausdrucks- und Erkenntnisträger psychischer Prozesse.

Phase III – Reorganisation und Integration neuer Muster
Phase III beschreibt den Übergang von Wahrnehmung zu aktiver Veränderung. Auf Basis der zuvor etablierten Wahrnehmungs- und Regulationsfähigkeit werden alte, dysfunktionale Körper- und Verhaltensmuster gezielt korrigiert und neue Muster erlernt.

In Paar- und Gruppenübungen entstehen nonverbale Dialoge, in denen Interaktion, Abstimmung, Führung, Verantwortung und Beziehungsgestaltung körperlich erprobt werden. Fortschritt ist nur möglich, wenn sich die Beteiligten aufeinander beziehen, ihr Verhalten anpassen und Empathie entwickeln. Der jeweilige Interaktionspartner fungiert dabei als Resonanzkörper für das eigene Verhalten.


Die neu erlernten Muster zeigen sich nicht nur im Bewegungskontext, sondern übertragen sich auf soziale, berufliche und familiäre Lebensbereiche. Psychische Veränderungen manifestieren sich als veränderte Strategien, stabilere Beziehungen und ein erhöhtes Maß an Selbstwirksamkeit und Wohlbefinden.

Wissenschaftlicher Bezugsrahmen (APA-konform)
Die Neurotango® Resonanz Methode und das Drei-Phasen-Modell sind anschlussfähig an folgende etablierte Forschungsfelder:

Embodiment und Körpergedächtnis
Barsalou, L. W. (2008). Grounded cognition. Annual Review of Psychology, 59, 617–645.
Gallagher, S. (2005). How the body shapes the mind. Oxford University Press.

Nonverbale Kommunikation und Körpersprache
Knapp, M. L., Hall, J. A., & Horgan, T. G. (2014). Nonverbal communication in human interaction (8th ed.). Cengage Learning.
Koch, S. C., Mehl, L., Sobanski, E., Sieber, M., & Fuchs, T. (2014). Fixing the mirrors: A feasibility study of the effects of dance movement therapy on young adults with autism spectrum disorder. Autism, 19(3), 338–350.

Bewegung, Tanz und Psychotherapie
Koch, S. C., Kunz, T., Lykou, S., & Cruz, R. (2014). Effects of dance movement therapy and dance on health-related psychological outcomes. The Arts in Psychotherapy, 41(1), 46–64.
Payne, H. (2006). Dance movement therapy: Theory, research and practice. Routledge.

Empathie, Resonanz und Spiegelneuronensysteme
Rizzolatti, G., & Sinigaglia, C. (2016). The mirror mechanism: A basic principle of brain function. Nature Reviews Neuroscience, 17(12), 757–765.
Gallese, V. (2007). Before and below theory of mind: Embodied simulation and the neural correlates of social cognition. Philosophical Transactions of the Royal Society B, 362(1480), 659–669.

Musik, Affektregulation und emotionale Verarbeitung
Koelsch, S. (2014). Brain correlates of music-evoked emotions. Nature Reviews Neuroscience, 15(3), 170–180.
DIE NEUROTANGO® PSYCHOTOOLS (NPT)
Die Neurotango® Psychotools

In der psychotherapeutischen und klinischen Anwendung ergänzen die Neurotango® Psycho Tools (NPT) die Neuro Technischen Tools (NTT), wenn eine direkte körper- oder musikbasierte Intervention nicht angezeigt ist. Sie dienen der schrittweisen sensomotorischen Vorbereitung von Patientinnen und Patienten, insbesondere bei Angst- und Traumafolgestörungen, auf Bewegung, Interaktion und musikalische Reize. Dadurch wird die Anwendung der NTT sicher, reguliert und klinisch angemessen möglich.

Es stehen 20 zusätzliche Neurotango® Psycho Tools zur Verfügung, die diese vorbereitenden Voraussetzungen erfüllen. Sie werden im Rahmen der Präsenz­ausbildung sowie über die Lernplattform Skool vermittelt.
ANERKENNUNG VON DER PSYCHOTHERAPEUTENKAMMER
Im Jahr 2022 wurde ein Neurotango®-Konzept für psychotherapeutische Anwendungsfelder erstmals offiziell als Fortbildungsangebot von der Psychotherapeutenkammer Nordrhein-Westfalen anerkannt und mit entsprechenden Fortbildungspunkten versehen. Derzeit werden in diesem Rahmen keine weiteren Fortbildungen angeboten, da aktuell keine Neurotango® Master mit entsprechender psychotherapeutischer Qualifikation zur Verfügung stehen.

Die Ausbildung von Neurotango® Practitionerinnen und Practitionern sowie Neurotango® Mastern dient der qualifizierten Weitergabe dieser Methode innerhalb psychotherapeutischer Kontexte und stellt eine Voraussetzung für zukünftige Fortbildungsangebote in diesem Bereich dar.

Neurotango® im Vergleich zu Tiefenpsychotherapie und Verhaltenstherapie
Verhaltenstherapie
Die Verhaltenstherapie zielt auf die Identifikation und Modifikation dysfunktionaler Verhaltensmuster ab, die mit psychischem Leid oder eingeschränkter Lebensqualität einhergehen.

Grundlage der therapeutischen Arbeit ist in der Regel die sprachliche Rekonstruktion relevanter Lebenssituationen sowie die Analyse des beobachteten Verhaltens und seiner Konsequenzen.

Nach der Identifikation problematischer Muster werden neue, funktionalere Verhaltensweisen schrittweise eingeübt und im Alltag erprobt. Der Fokus liegt dabei primär auf gegenwartsbezogener Verhaltensänderung und deren Stabilisierung durch positive Erfahrungen und Rückmeldungen aus dem sozialen Umfeld.

Frühere emotionale Entstehungsbedingungen der Muster werden je nach Ausrichtung, Setting und Therapieziel nicht immer vertieft bearbeitet. Bei stark emotional verankerten oder früh biografisch geprägten Mustern kann dies die Nachhaltigkeit der Verhaltensänderung begrenzen.

Neurotango® ergänzt diesen Ansatz, indem emotionale und verhaltensbezogene Prozesse parallel auf körperlicher Ebene zugänglich gemacht werden. Dysfunktionale Muster zeigen sich dabei nicht nur im berichteten Verhalten, sondern unmittelbar im Bewegungs-, Haltungs- und Interaktionsverhalten.

Psychische Blockaden können sich beispielsweise darin äußern, dass bestimmte Bewegungsaufgaben zunächst körperlich nicht ausgeführt werden können.

Die therapeutische Veränderung erfolgt über die gleichzeitige Regulation emotionaler Prozesse und die Verkörperung neuer Handlungsoptionen. Psychische, soziale und funktionale Veränderungen entwickeln sich dabei häufig parallel.
Tiefenpsychotherapie
Die Tiefenpsychotherapie ist in der Regel langfristig angelegt und zielt darauf ab, unbewusste Konflikte, Beziehungsmuster und emotionale Prägungen, häufig mit Ursprung in der frühen Biografie, bewusst zu machen und zu bearbeiten. Der therapeutische Prozess erfolgt überwiegend sprachlich über Erinnern, Wiedererleben und das Verstehen emotional bedeutsamer Zusammenhänge.

Ein zentraler Wirkfaktor ist die kontinuierliche therapeutische Beziehung, die einen sicheren Rahmen für die Bearbeitung komplexer emotionaler Inhalte bietet. Gleichzeitig erfordert dieses Vorgehen eine hohe Sensibilität im Umgang mit Übertragungs- und Gegenübertragungsprozessen, da Deutungen, Erwartungen oder Beziehungserfahrungen den subjektiven Bedeutungsbildungsprozess beeinflussen können.

Ein wesentlicher methodischer Unterschied zwischen sprachbasierten und körperbasierten Verfahren liegt in der Art der zugänglichen Informationen.

Sprachlich rekonstruierte Inhalte unterliegen grundsätzlich subjektiven Interpretationsprozessen, narrativer Kohärenzbildung, sozialer Erwünschtheit sowie bewussten oder unbewussten Verzerrungen der Selbstwahrnehmung. Erinnerungen und Bedeutungszuschreibungen können im therapeutischen Gespräch modifiziert, rationalisiert oder an implizite Erwartungshaltungen angepasst werden.

Körperliche Ausdrucks- und Reaktionsmuster hingegen entziehen sich weitgehend einer willentlichen Kontrolle. Haltung, Bewegungsqualität, Spannungsregulation, Koordination, Erstarrung, Vermeidung oder affektive Reaktionen zeigen sich unmittelbar und situativ, ohne dass sie zunächst sprachlich konstruiert werden müssen. In diesem Sinne liefern körperbasierte Verfahren eine weniger interpretationsabhängige und zeitgleich verfügbare Informationsquelle über aktuelle psychische Zustände und implizite Muster.

Neurotango® nutzt diesen Zugang gezielt, indem emotionale Prozesse über Bewegung, Musik und Interaktion aktiviert und anschließend kognitiv integriert werden. Dadurch entsteht ein direkter, erfahrungsbasierter Zugang zu emotionalen Inhalten, der häufig schneller verfügbar ist als rein sprachliche Rekonstruktionsprozesse.
Einordnung von Neurotango® in der Psychologie

Neurotango® ist weder als Ersatz noch als Gegenmodell zu etablierten psychotherapeutischen Verfahren zu verstehen, sondern als ergänzender körperbasierter Ansatz. Die Methode verbindet die Bearbeitung emotionaler Prägungen, wie sie in psychodynamischen Verfahren angestrebt wird, mit der aktiven Veränderung von Handlungs- und Verhaltensmustern, wie sie für verhaltenstherapeutische Ansätze charakteristisch ist.

Kennzeichnend für Neurotango® ist die gleichzeitige Aktivierung körperlicher, emotionaler und sozialer Prozesse. Veränderungen werden nicht ausschließlich reflektiert oder erinnert, sondern unmittelbar erlebt, verkörpert und in Interaktion erprobt. Dadurch können neue psychische Strukturen nicht nur kognitiv verstanden, sondern nachhaltig im Handeln integriert werden.
NEUROTANGO®
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info@tango-therapie.com
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